Samstag, 28. November 2015

Die Reise - Ende

Ich habe den folgenden Post noch nicht gelesen, aber irgendwie fehlt jetzt gefühlt noch einiges von der Reise. Ich bin gespannt, ob wirklich alles vorkommt, es könnte eben sein, dass ich wirklich einen ganzen Tag weggelassen habe oderso. Okay, das ist wirklich einfach alles am Schluss passiert. Cool. Schade, dass ich noch immer keinen Blogpost darüber geschrieben habe, wie es ist, das Ende von Büchern zu lesen, ich glaube die meisten Ereignisse, die darin vorkommen würden, liegen jetzt schon zu lange zurück, um sie authentisch schildern zu können. Naja, wahrscheinlich würde es schon noch gehen. Also vielleicht mache ich das mal, das wäre wirklich ein gutes Thema für einen Blogpost.
17.8.2013

Hey!
Am nächsten Tag waren wir wieder am Strand. Dort kämpften wir gegen heftige Wellen, da der Wind immer stärker wurde. Ihr kennt mich vermutlich gut genug, um hier gedanklich ein paar weitere Übertreibungen einfügen zu können, durch die eine Geschichte entsteht, bei der ich fast gestorben wäre. Jedenfalls musste ich das Wasser schließlich wirklich verlassen und es lag wirklich daran, dass mir die Wellen zu hoch waren. Vorher hatte ich aber einige Zeit drinnen verbracht und mit Kathy auch ein paar Einheimische beobachtet, die Volleyball spielten und von denen einer wirklich extrem beobachtenswert war. Ich glaube nicht, dass er besonders gut spielte, aber ich weiß es nicht, weil ich darauf gar nicht geachtet habe. Da war ich wohl zu sehr von seinem Lächeln abgelenkt. Ich muss gleich los, um Risiko zu spielen und das obwohl nebenbei 2 Leute mit mir chatten, deshalb könnte es sein, dass ich mich etwas kürzer fasse als ich es eigentlich möchte. Aber sonst vollende ich diese Blogpostreihe nie und das wäre schade, weil ich eigentlich nicht vor habe etwas anderes zu posten bis sie vollendet ist und ich habe gerade sehr viel, dass ich gerne posten würde... Etwas weiter strandabwärts trafen wir auf ein paar Österreicher, mit denen wir uns allerdings nicht unterhielten, weil sie irgendwie so agierten, als hätten sie sich ein Buch über Klischees gekauft und es als Anleitung für ein gelungenes Leben aufgefasst. Dann war ich eben am Strand und habe gelesen. Ich und TuschTusch kämpften ziemlich intensiv mit unserem Schirm, da er sich nie dort befand, wo er sein sollte und immer wieder weg flog. Kathy verließ den Strand schließlich, nahm den Schlüssel mit und versprach, uns jederzeit aufzumachen. Als TuschTusch und ich versuchten, Einlass anzufordern, wurde uns die Tür natürlich nicht geöffnet. Schließlich stellte sich heraus, dass Kathy uns nicht gehört hatte, weil sie unter der Dusche gewesen war. An diesem Tag leerte ich schließlich die Flasche Passoa. Ich möchte diesen Moment jetzt auch noch nutzen, um euch etwas ziemlich ekelhaftes zu erzählen, das ich wohl lieber verdrängen sollte. Wir hatten nämlich die ganze Woche keinen Geschirrspüler, kein Geschirrspülmittel und auch keinen Schwamm zur Verfügung, um das Geschirr zu waschen. Im Prinzip versuchten wir also, mit Hilfe von Wasser und unseren Händen zumindest so viel Dreck von den Tellern zu entfernen, bis sie optisch sauber wirkten. Das Wasser roch übrigens auch nicht gerade gut... Wir versuchten immerhin, möglicht oft andere Teller zu verwenden und irgendwie schaffte ich es jedes Mal wieder, erst nach dem Essen darüber nachzudenken, wie unhygienisch die Teller eigentlich waren... Vor allem möchte ich eigentlich nicht bedenken, dass wir womöglich nicht die ersten Urlauber waren, die diese Teller auf derartige Art und Weise benutzt haben...
Am vorletzten Tag bekamen wir neue Nachbarn. Sie sprachen sogar Deutsch, aber wir hatten keine Gelegenheit, mit ihnen zu sprechen. Wir waren viel zu abgelenkt von den neuen Touristen unter uns, da wir diese vom Balkon aus ideal beobachten konnten. Wir konnten auch zuhören, wie sie auf peinliche Art und Weise zu schrecklicher Musik tanzten. Dabei schafften sie es trotzdem irgendwie, cool zu wirken. Unsere Beobachtungen fanden natürlich erst relativ spät statt, da wir schon vor 8 beim Bus sein mussten, um an einem organisierten Ausflug teilzunehmen. Habe ich den schon erwähnt? Wir hatten jedenfalls eine deutsche Führung durch das Achillion -ein Schloss, dass Sissi errichten ließ, weil ihr die Insel gefiel und sie immerhin auch ein paar Mal dort war. Danach fuhren wir in die Hauptstadt und ließen uns auch dort einige Sehenswürdigkeiten zeigen. Es war ganz witzig, den Worten der Führerin zu lauschen, da sie zwar wirklich gut deutsch sprach, aber ziemlich niedliche Fehler machte und außerdem dazu tendierte, zwischendurch Sätze zu sagen, die durch ihre Vortragensweise unpassend wirkten. Sie schilderte zum Beispiel historische Fakten, machte eine Pause und sagte schließlich "Da war die Sissi dann sehr traurig!". Ihre Art zu erzählen lockerte die Führung manchmal auf, machte es aber auch phasenweise schwierig ihr zu folgen... Wenn ich das hier direkt danach geschrieben hätte, könnte ich natürlich mit vielen konkreten Beispielen aufzeigen, wie gut sie deutsch sprechen konnte, aber ich hoffe in dem Fall einfach auf eure Vorstellungskraft. Nachdem auch noch ein paar Souvenirs in unsere Taschen (und ein paar Scheine aus unseren Taschen) gewandert waren, kehrten wir zum Bus zurück und machten uns auf den Weg nach Hause. Natürlich schenkten uns die Pensionisten im Bus wieder kaum Beachtung, da ich sie anscheinend bei der Hinfahrt verärgert hatte. Und das nur, weil ich direkt nachdem eine Frau begonnen hatte, etwas zu erzählen, dass sich vor 20 Jahren ereignet hat, gesagt habe, dass man daran doch richtig merkt, wie alt man ist, wenn man schon sagen kann, dass etwas vor 10 Jahren war. Also wir sind uns nicht mehr einig, wie die genaue Formulierung war, ich bin mir jedenfalls sicher, dass es eigentlich nett formuliert war, weil ich es nicht böse gemeint habe, aber Kathy ist da anderer Meinung... Ich habe zumindest das Gefühl, dass sie meine Formulierung jedes Mal, wenn sie es jemandem erzählt weiter verändert und gemeiner macht. Bald erzählt sie vermutlich, dass ich den Leuten ins Gesicht gesagt habe, dass sie extrem alt sind und bald sterben werden... Jedenfalls schauten uns die anderen Leute im Bus aus mir unerklärlichen Gründen ziemlich böse an. Also falls es sich gerade nicht vermeiden ließ, in unsere Richtug zu schauen.
Einige Stunden später hatten wir Hunger und gingen deshalb einkaufen. Mit Kulleraugen schaute ich auf die Tiefkühlpizza, weil wir schon am Anfang der Woche spaßhalber gesagt hatten, dass wir Pizza kochen wollen, obwohl es in unserer Küche natürlich keine dazu geeigneten Geräte gab. Schließlich behauptete ich, es wäre mir überhaupt nicht wichtig, eine Pizza zu machen, wobei ich so erbärmlich log, dass die anderen daraufhin resignierten und sagten, dass wir es probieren könnten, eine Pizza in der Pfanne zu machen, da es mir ja offensichtlich sehr wichtig war. Jetzt kann ich stolz folgendes präsentieren:
Rezept für Pizza im Kochtopf für 3-4 Personen
2 Tiefkühlpizzen mit wenig Belag
1 Zwiebel
1 Dose Mais
1 Dose Champingions
1 Packung Philadelphia (Natur)
1 Glas Oliven
+ was auch immer ihr auf eine Pizza legen würdet
Zuerst beginnt ihr, eine halbgefrorene Pizza in mundgerechte Stücke zu zerreißen. Das geht ziemlich gut und auf diese Art und Weise kann jemand anderer inzwischen das Messer und das Brett benutzen, um andere Zutaten zu zerkleinern (kommt darauf an, was genau ihr auf eure Pizza legen würdet). Ihr habt natürlich nur ein Messer/Brett, das wirklich geeignet dazu ist, verwendet zu werden... Nach kurzer Zeit stellt ihr fest, dass es unmöglich sein wird, die Pizza in einer Pfanne zuzubereiten und ihr greift deshalb zu einem Topf. Ihr braucht sogar einen großen Topf, aber zum Glück habt ihr ja keinen anderen Topf zur Auswahl. Jedenfalls gebt ihr die Pizzastückchen hinein und rührt immer wieder um, bis die Pizza ganz aufgetaut ist. Je nach Lust und Laune fügt ihr nach und nach andere Zutaten hinzu. Spontan verwetet ihr auch ein kleines Stückchen Käse, das ihr im Kühlschrank gefunden habt, weil es ja nicht schaden kann. Ihr zögert etwas, bevor ihr den Philadelphia hinzufügt und probiert aus, was passiert, wenn man erstmal nur die halbe Packung dazumischt. Es scheint nicht gefährlich zu sein und so entschließt ihr euch dazu, die ganze Packung zu verwerten. Einfach umrühren, bis alle Zutaten warm sind und ihr das Gefühl habt, das es fertig ist. Dann mit Oliven servieren (Weißbrot und Tsatsiki kann man natürlich auch dazu essen).
Nach dem Essen machten wir noch ein paar Experimente mit Feta. Wir hatten nämlich eine Packung Feta im Supermarkt gekauft, die ziemlich stark nach Schaf roch... Und ich rede nicht von den guten Teilen eines Schafs sondern eher von den Stoffwechselendprodukten... Er schmeckte schon auch nach Feta, hatte allerdings einen gräßlichen Nachgeschmack. Deshalb versuchten wir, die Flüssigkeit, von der er umgeben war, durch Wasser zu ersetzen und warteten ein paar Stunden. Daraufhin war der Fetageschmack völlig verschwunden. Unsere Eltern hatten uns zwar beigebracht, dass man mit Essen nicht spielt, aber da wir es ohnehin nicht geschafft hätten, den Feta zu essen, spielten wir damit. Nach einer Weile entstand etwas, das uns irgendwie an Erbrochenes erinnerte. Das könnte auch daran liegen, dass wir mit ein paar Hilfmitteln die Farbe angepasst haben... Es war jedenfalls witzig, weil wir bei allen Lebensmitteln, die wir noch nicht aufgegessen hatten behaupteten, dass wir sie morgen beim Frühstück essen würden. Danach wagten wir noch einen Spaziergang am Strand. Dort trafen wir auf Gleichaltrige, die gerade dabei waren, einen Freund im Sand zu vergraben. Sie verpassten ihm auch Brüste und jemand steckte ihm eine Flasche zwischen die Beine. Vorsichtig nahmen wir also nun auch Kontakt zu Einheimischen auf und machten mit ihnen gemeinsam ein paar alberne Fotos. Danach verabschiedeten wir uns, um weiter unten am Strand ein Pärchen zu stören. Bald beschlossen wir, dass es doch besser wäre, die beiden wieder alleine zu lassen. Dann gingen wir ein Stückchen zurück und hörten uns gemeinsam ein paar Serienintros an. Ich habe da eine kleine Sammlung am Handy, die sich immer wieder als nützlich erweist.
Am Tag unserer Abreise passierte nicht mehr viel erzählenswertes. Das witzigste war die Speisekarte beim Mittagessen, weil es einen deutschen Teil gab, der ziemlich inkorrekt war. Wir holten uns einen Kugelschreiber, nahmen jede Seite extra aus der extra für sie vorgesehenen Folie heraus und versuchten zu retten, was noch zu retten war. Wir bemühten uns wirklich sehr und waren dann sehr überrascht, dass wir für unsere Verdienste nicht bezahlt wurden. Im Gegenteil: Wir mussten sogar noch eine Rechnung begleichen! Danach waren wir am Flughafen, dann im Flugzeug und dann im Auto und dann zu Hause.
Wenn man auch die Seiten, die ich im Flugzeug gelesen habe mitrechnet, laß ich übrigens nur die ersten 640 Seiten von "Tochter des Feuers" von Elizabeth Haydon, aber das war definitiv das beste Buch, das ich auf meiner Maturareise gelesen habe, obwohl es der dritte Teil einer Trilogie ist, deren Anfang ich nicht kenne... Ich finde ja, dass es schonmal ein gutes Zeichen ist, wenn auf den ersten paar Seiten Landkarten abgedruckt werden. Der Rest des Werkes war natürlich kein Atlas, sondern ein Fantasybuch. Ich habe durch dieses und ein anderes Buch in letzter Zeit gemerkt, wie sehr ich es vermisst habe, Fantasy zu lesen... Das erinnert mich an meine Kindheit/Jugend. Okay, es klingt dumm, wenn eine 18-jährige nostalgisch von ihrer Jugend redet, aber ich meine eben diese Phase, die man nicht mehr unbedingt mit dem Wort Kindheit verbinden würde, die aber doch schon einige Jahre her ist... Damals habe ich mir jedenfalls viel öfter Zeit zum Lesen genommen. Der einzige Kritikpunkt, den ich an diesem Buch eventuell habe, ist dass ich befürchte, dass einige Dinge wiederholt werden, die in den anderen Teilen schon vorgekommen sind, was mich natürlich genervt hätte, wenn ich die anderen Teile schon gekannt hätte. Man hat jedenfalls das Gefühl, dass es der Autorin wirklich wichtig war, eine stimmige Welt zu erschaffen. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Geschichte irgendwie in die Länge gezogen wurde (was bei knapp 1000 Seiten ja leicht passieren kann). Ehrlich gesagt habe ich die letzten 50 Seiten noch immer nicht gelesen, aber darüber werde ich vielleicht nochmal einen anderen Post schreiben. Also nicht über den Inhalt der Seiten, sondern darüber, das Ende von Büchern zu lesen...
with a lovely greet
L.Shihit
PS: I DID IT!!!!!!
PPS: Verzeiht mir das PS, aber ich habe es wirklich lange hinausgezögert, diesen Post zu schreiben und bin jetzt sehr froh, endlich die Möglichkeit zu haben, von wichtigeren Dingen zu berichten.

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