Sonntag, 23. August 2015

ein ungewöhnlicher Mädelsabend

Hey!
Wir wollten schon lange wieder einen Mädelsabend machen. Irgendetwas ist im Zuge der Vorbereitung allerdings schief gelaufen. Manche wussten gar nicht, dass es sich um einen Mädelsabend handeln soll und außerdem wurden einige Burschen eingeladen. Letztendlich waren ungefähr gleich viele Männer wie Frauen anwesend. Außerdem konnte Vera nicht gut kommunizieren, ob es denn nun ein Mädelsabend ist. Also dass Jan zum Mädelsabend erscheinen würde, war schon seit Freitag klar, aber ich dachte, dass das eine Ausnahme war. Schließlich hatten wir noch nie einem Mann erlaubt, bei einem Mädelsabend anwesend zu sein. Als ich samstags Johanna und ihren Freund traf und sie sich mit den Worten "Wir sehen uns dann bei der Vera" verabschiedeten, war ich etwas verwirrt. Ich beschloss also, zur Sicherheit nochmal Vera zu fragen, ob es sich tatsächlich um einen Mädelsabend handelt und ob ich entsprechendes Equipment mitnehmen soll. Die Antwort lautete nur "wie du willst", woraufhin ich ein paar Nagellacke und eine Gesichtsmaske eingepackt habe. Die Gesichtsmaske habe ich übrigens schon ziemlich lange zu Hause herumliegen, weil ich einmal vor ein paar Jahren einige Gesichtsmasken gekauft habe, die nach verschiedenen Früchten riechen und unterschiedliche Effekte auf die Haut haben sollen. Da ich Gesichtsmasken aber höchstens im Rahmen eines Mädchenabends verwende und wir diese nicht sehr häufig veranstalten, wollte ich langsam meine letzte Gesichtsmaske loswerden. Ich hatte übrigens vor einer Weile das Gefühl, dass ich beinahe eine angemessene Menge Nagellack besitze, da ich mir eigentlich ganz gerne meine Zehennägel lackiere. Dabei bin ich beim Auftragen überhaupt nicht genau, sondern male teilweise bewusst raus, um den Nagel ganz sicher bis zum Rand zu bemalen, damit es länger schön bleibt. Die überschüssige Farbe am Rand verschwindet innerhalb von 0,5-2 Tagen von alleine (es geht schneller, wenn man sich zum Beispiel duscht oder Socken trägt) und dann hat man ungefähr 3 Wochen lang schön lackiere Zehennägel. Es ist im Vergleich einfach viel praktischer, Zehennägel zu lackieren, als Fingernägel zu lackieren. Jedenfalls dachte ich, dass ich durch meinen Verbrauch halbwegs rechtfertigen kann, wie viele Nagellacke ich besitze, da habe ich zum Geburtstag 6 neue bekommen oderso. Jetzt muss ich mir eingestehen, dass ich einfach viel zu viel Nagellack besitze. Jedenfalls bin ich mit ein paar Nagellacken bewaffnet zu Vera marschiert, in der Hoffnung, dass mir jemand dabei hilft, sie aufzubrauchen. Dort angekommen hatte ich nicht einmal annähernd das Gefühl, mich bei einem Mädelsabend zu befinden. Das könnte theoretisch mit der Männerquote zusammenhängen, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das tatsächlich die Ursache war. Jedenfalls dachte ich, es wäre total unpassend, zu erzählen, dass ich extra Nagellack dabei habe, aber die anderen reagierten sehr positiv darauf. Jan wollte unbedingt, dass wir seine Fingernägel lackieren. Er entschied sich mit Hilfe unserer Beratung für die Farben grün und lila. Judith bemalte also die Nägel einer Hand grün und die der anderen lila und dann wurden die Nägel noch in der jeweils anderen Farbe beschrieben. Also niemand hat begonnen, ausführlich zu erläutern, wie seine Fingernägel aussehen, sondern Johanna hat begonnen, darauf zu schreiben. beschriftet. Ja, beschriftet ist das Wort, das ich eigentlich verwenden hätte sollen. Jetzt ist es wohl schon zu spät. Immerhin wisst ihr trotzdem, dass ich das anspruchsvolle Fremdwort "beschriftet" kenne. Ich hoffe, ihr glaubt mir, dass ich weder ein Wörterbuch, noch Google verwendet habe, um auf das Wort zu kommen. Um genau zu sein war nicht mal eine lange Nachdenkpause notwendig, aber doch eine so lange Pause, dass ich versehentlich vorher "beschrieben" verwendet habe und dieses Malheur nicht mehr ausbessern konnte. Ich schreibe diesen Post heute nämlich mit einer Schreibmaschine und scanne dann die Abschrift ein. Um das Format zu ändern, lasse ich anschließend natürlich noch ein Schrifterkennungsprogramm drüber laufen. Das klingt vielleicht etwas umständlich, aber meine Tastatur ist kaputt gegangen und mir ist keine praktischere Lösung eingefallen. Eigentlich wollte ich ja ins Abstellkammerl gehen, um eine neue Tastatur zu holen, aber auf halbem Weg steht eine Schreibmaschine und ich war dann doch zu faul, für die andere Variante. Der Vorteil einer Schreibmaschine ist, dass man damit keinen Internetzugang hat und somit nicht so leicht davon abgelenkt wird, produktiv zu sein. Der Nachteil ist natürlich, dass man Tippfehler nicht ausbessern kann und dass man schon durch kurze schwache Momente, in denen einem nicht sofort das Wort "beschriftet" einfällt, sofort wie ein Volltrottel dasteht. Die Sache mit der Tastatur sollte jedenfalls auch erklären, warum ich schon so lange nichts mehr hier geschrieben habe.
Nun möchte ich mich allerdings wieder Jans Händen widmen. Auf seinen Fingernägeln stand nach den sorgfältigen Beschriftungsarbeiten "NICE!" und "OIDA!" in der jeweils anderen Farbe. Also auf der grünen Hand lila und auf der lila Hand grün. Ach, die Hände waren ja gar nicht farbig. Seht ihr? Solche Gedankenfehler kann man leider nicht mehr ausbessern, wenn man auf einer Schreibmaschine schreibt. Also thoeretisch wäre es schon möglich, aber es ist sehr umständlich und womöglich würde ich dann beim weiterschreiben gar nciht mehr die richtige Zeile wiederfinden, sodass die Schrift dann komisch versetzt ist. Ich habe ja nicht so viel Routine bei der Schreibmaschinenschreiberei. Das haben wir übrigens in der Schule gelernt. Also das Fach hieß nicht Schreibmaschineneshcrieberei (schon wieder fehlerhaft getippt, das tut mir wirklich leid, ich hatte es bei dem Wort irgendiwe zu eilig), sondern Maschinschreiben, aber wir haben dort gelernt, wie man mit echten Schreibmaschinen im 10 Finger System tippt. Ich war ziemlich untalentiert in dem Fach, aber im weiteren Verlauf meines Lebens habe ich immer so viel getippt, dass ich inzwischen sehr schnell und halbwegs fehlerfrei tippen kann. Ich bin auf jeden Fall deutlich schneller, als wenn ich versuche, etwas händisch aufzuschreiben und eigentlich werde ich immer schlechter darin, Sätze händisch aufzuschreiben. Die Forumlierung ist eigentlich auch schwachsinnig, schließlich verwende ich zum Tippen ja auch meine Hände. Wenn ich versuche, mit Stiften zu schreiben, ist das jedenfalls sehr ineffizient, da ich sowohl langsam, als auch unleserlich schreibe. Im Verlauf des Abends wurden mir jedenfalls meine Fingernägel lackiert und dabei habe ich eine ganz andere Lackiertechnik beobachtet, als ich anwenden würde. Judith lackiert Fingernägel so, dass sie wirklich nie rausmalt, was ich überhaupt nicht könnte. Andererseits lackiert sie nicht bis zum Rand des Fingernagels und ich fand, dass sie das teilweise zu extrem gemacht hat. Ich würde eben versuchen, jedes kleine Fitzelchen des Nagels zu bedecken, aber vermutlich ist das ziemlich schwer, wenn man auf keinen Fall daneben malen möchte. Das ist jedenfalls das, was mir wichtiger wäre, weil ich von den Zehennägeln weiß, dass sie viel kürzer noch ausreichend bemalt aussehen, wenn man sie von Anfang an nicht vollständig bemalt hat. Jedenfalls ist mir dann aufgefallen, dass meine Fingernägel zufällig die Farbe meiner Zehennägel haben. Der Unterschied war nur, dass meine Fingernägel zusätzlich mit einem Nagellack verziert waren, der große goldene Glitzerstücke enthält, sodass ich die Zehennägel noch angepasst habe. Mir war wirklich im Vorhinein nicht klar, dass ich die gleiche Farbe ausgewählt hatte... Glitzerzeugs macht Nagellack übrigens viel langanhaltender, sodass ich meine Fingernägel etwa eine Woche so gelassen habe und die Zehennägel über ein Monat. Nicht, dass das am Schluss noch perfekt aussah, aber ich hatte gar nicht dass Gefühl, dass ich meine Nägel schon längst ablackieren hätte sollen oderso. An dieser Stelle erfahrt ihr also doch noch, dass der Mädelsabend schon eine Weile zurückliegt (wobei ich bei der Zeitangabe die Zeit miteinberechnet habe, in der ich den Nagellack ohne Glitzer getragen habe), obwohl das gar nciht geplant war. Wie gesagt, ich kann solche Details nachträglich nicht mehr ändern. Jan war jedenfalls der einzige, der an diesem Abend das volle Programm mitgemacht hat. Jemand hat seine langen Haare noch zu einem Fischgrätenzopf geflochten und er war auch derjenige, der mit mir gemeinsam die letzte Gesichtsmaske verbraucht hat. Die besagte Gesichtsmaske roch wunderbar nach Himbeere und wir verteilten die Maske im Gesicht des jeweils anderen. An dieser Stelle sollte man vielleicht erwähnen, dass Jan einen Vollbart hat und somit nicht sein ganzes Gesicht mit der Maske bedeckt wurde. Ich habe dabei festgestellt, dass Gesichtsmasken richtig umständlich sind. Es dauert einfach ewig, die abzuwaschen. Ich dachte schon, dass ich gar nicht mehr fertig werde... Danach war ich mir nicht so sicher, ob ich schonmal irgendwann zuvor eine Gesichtsmaske getragen habe. Also davor dachte ich, dass ich das bestimmt auch mal bei einem Mädelsabend gemacht habe, aber ich hätte mich zumindest nicht an den langwierigen Prozess erinnert, die wieder abzuwaschen. Vielleicht lassen sich andere Gesichtsmasken auch leichter abwaschen, keine Ahnung. Die, die ich hatte, roch jedenfalls echt gut, aber ich denke nicht, dass sich der Prozess gelohnt hat. Mehr möchte ich von dem Abend eigentlich gar nicht mehr erzählen. Gute Nacht.
with a lovely greet
L.Shihit
PS: Denkt ihr, dass der letzte Satz unangebracht war? Es ist schließlich nicht so wahrscheinlich, dass ihr meinen Post lest, bevor ihr schlafen geht. Ich hatte nur irgendwie das Gefühl, dass das ein kurzer und prägnanter Schluss ist, der irgendwie passt. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher, aber wegen der blöden Schreibmaschine kann ich jetzt leider nichts mehr daran ändern.

1 Kommentar:

  1. Also es is zwar grad nicht Abend, aber ich wär trotzdem müde genug um schlafen zu gehen, daher find ich es sehr nett, dass du mir eine Gute Nacht wünscht! :D
    Und auch sonst ist der Beitrag sehr gelungen, es wurden eigentlich alle wichtigen Punkte des "Mädelsabends" erwähnt. Außer vll, dass wir auch noch einen komischen Liebesroman durchgeblättert haben, wo der Name der Protagonistin nicht mit dem angeblichen Namen der Protagonistin übereingestimmt hat... Aber ich bin ma gar nicht sicher, ob du das überhaupt mitgekriegt hast und so spannend war das eigentlich auch nicht, also kann man das ignorieren! :)

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