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Dienstag, 17. November 2015

Unsortiertes Zeug... (Ende der Astrophysikwoche)

Hey!
Langsam muss ich mir wirklich angewöhnen, täglich etwas zu posten, mir bleibt nämlich nicht mehr viel Zeit... Wahrscheinlich kommen dann in den letzten paar Tagen, die am Schluss noch übrig sind jeden Tag 5 alte Blogposts... An dieser Stelle muss ich jetzt mal erwähnen, dass Elina inzwischen einen bekannten Beauty und Lifestyle Blog führt. Ja, der Blog ist wirklich sogar noch bekannter als meiner, sie bekommt sogar Produkte von Firmen zum Testen geschickt. Eigentlich habe ich sie nach der Astrophysikwoche nie wieder gesehen, aber da wir uns auf Facebook geadded hatten, habe ich die Sache mit dem Blog mitbekommen. Falls es euch interessiert:
http://missblueeyesblog.blogspot.co.at

27.2.2012

Ich schreib' jetzt einfach mal drauf los. Findet ihr es auch faszinierend, wenn jemand euch etwas erklärt und dabei zeichnet und danach fällt jemandem auf, dass das Endergebniss aussieht wie Saurons Auge? Meiner Meinung nach sollte man solche Zeichnungen einrahmen und im Museum aufhängen. Wenn das keine moderne Kunst ist, dann weiß ich's auch nicht...
Die Kunstwerke, die im Laufe der Woche entstanden sind, wurden sorgfältig aufbewahrt. Soweit ich gehört habe, wurden sie mittlerweile von einem speziellen Service abgeholt, der sie zusammen mit anderen Kunstwerken an einen besseren Ort gebracht hat. Mit anderen Worten: Wir haben sie weggeschmissen. Eiskalt. Ich habe deswegen noch immer ein schlechtes Gewissen und kann oft nachts nicht einschlafen (es könnte auch unter Umständen an anderen Faktoren liegen, wenn ich nachts nicht einschlafen kann, aber das halte ich für unwahrscheinlich).
Am Freitag waren wirklich alle gestresst. Wir wussten garnicht, was wir als erstes erledigen sollten. Wir hatten soooo viel zu tun...
Als wir also alle Tetris spielten und uns mit Facebook beschäftigten, kam irgendjemand rein und sagte, dass wir alle stinken würden. Ich glaube die genaue Formulierung war "Ich muss dann nochmal raus, die Luft hier drinnen ist so schlecht". Auf jeden Fall war klar, dass es an der Zeit war, mal wieder zu lüften. Die Sonne spiegelte sich in manchen Laptopbildschirmen und schränkte die Sicht stark ein. Viele von uns verzweifelten beinahe oder unterbrachen ihre Tätigkeit, da sie überfordert waren mit der Situation. Doch dann kam ein paar Leuten eine glorreiche Idee: Sie spielten weiter Tetris und verließen sich dabei voll und ganz auf ihren Jagdinstinkt. Dies funktionierte relativ gut, da die Fenster schon bald wieder geschlossen wurden und die Vorhänge zugezogen wurden, damit es nicht mehr spiegelte.
Eine weitere schwierige Mission, die wir Freitag Vormittag auf uns nahmen, war es herauszufinden wie Elina auf tumblr heißt. Ich war nicht ganz aktiv an der Suche nach dem Account beteiligt, aber die Jungs waren ziemlich beschäftigt damit. Alle 5 Minuten riefen sie den Namen eines möglichen Accounts, doch so sehr sie sich auch anstrengten, sie fanden ihn nicht. Nach einer Weile hatten sie Elinas Twitter Account und einen ehemaligen tumblr Account, den sie nicht mehr verwendet. Dennoch gaben sie nicht auf und suchten voller Motivation immer weiter. Ich glaube irgendwann nach einer Ewigkeit hat Elina doch noch verraten wie sie auf Tumblr heißt, aber ich bin mir nicht sicher.
Zuerst wollte Hannah ohne Jacke zum Mittagessen gehen. Es war ziemlich windig, aber sie meinte, dass sie keine Jacke brauchen würde. Nach kurzer Zeit wurde ihr kalt, aber sie schien noch immer überzeugt zu sein, dass dies nichts ausmachte. Sie sagte: "Es geht schon, mir ist nicht kalt" und dabei sah sie so aus als würde sie gleich erfrieren. Es überraschte mich, wie schnell die Temperaturen negative Auswirkungen auf ihr Gehirn hatten. Sie begann wirres, zusammenhangloses Zeug zu reden. Sie meinte, ohne Jacke herumzulaufen würde sie viel frischer machen. Aber damit nicht genug... Schließlich verlautbarte sie, der kalte Wind konserviere sie regelrecht und erhalte somit ihre Jugend. Ich konnte sie dann doch noch davon überzeugen, ihre Jacke anzuziehen und dann war sie wieder normal.
Nach dem Mittagessen hatten wir wie immer eine Pause... Mit dem Unterschied, dass wir diesmal nicht auf unsere Zimmer gehen konnten. Deshalb unternahmen wir gemeinsam etwas. Anfangs machten wir ein paar Fotos auf denen wir Sternbilder nachstellten. Dann sprach die Prinzessin zu uns (seit ein paar Tagen nannten wir Michelle Prinzessin): "Folgt mir, meine Untertanen! Kommt mit!" und begann auf ein paar Felsen herumzuklettern. Das Volk folgte ihr. Als wir alle gemeinsam auf einem Fleck herumstanden und eine recht gute Aussicht hatten, überlegten wir, ob es etwas episches gab, das wir rufen konnten. Wir entschieden uns schließlich dafür, einfach hallo zu den weißen Pferden zu sagen und ihnen zu winken. Zuerst dachte ich, dass wir das einfach so taten, aber da waren tatsächlich weiße Pferde. Es sind nunmal nicht alle Menschen so verrückt wie ich...
Wir folgten noch eine Zeit lang der Prinzessin, doch egal was sie sagte, es reagierte niemand so richtig darauf. Wir waren nicht direkt ungehorsam, aber wir sprachen nicht mit ihr und gaben ihr keine Antworten auf Fragen. Nachdem sie uns noch einige nette Plätze gezeigt hatte und die meisten beschlossen, wieder nach drinnen zu gehen, fragte sie zum Beispiel, ob jemand Lust darauf hätte, noch einmal nach draußen zu gehen. Obwohl wir sie zuerst ignorierten, gingen ich und Hannah nochmal mit ihr nach draußen, um wiedermal die Gegend zu erkunden. Da es in Drosendorf außer dem Schloss nicht viel zu sehen gibt, waren wir bald wieder zurück.
Dann war es schon an der Zeit für die Abschluss-präsentationen. Ich kann nicht auf alles eingehen, das passiert ist, aber ein bisschen was möchte ich schon erzählen. Dazu brauche ich jetzt aber erstmal eine Rückblende auf das Frühstück.
*Rückblende*
Beim Frühstück war David nicht da. Wie immer. Die ganze Woche über war er kein einziges Mal beim Frühstück. Ich weiß nicht genau wie lange die Jungs am Donnerstag Abend wach waren, aber Matthias und Sebi erzählten, dass David vermutlich absolut fertig sein würde. Niemand konnte sich vorstellen, dass er heute Nachmittag auch nur annähernd fit sein könnte. Nach einer Weile kamen sie zu dem Schluss, dass es vermutlich die beste Idee wäre, ihm während der Präsentation eine Sonnenbrille aufzusetzen, damit es nicht so auffällt, wenn er einschläft. Bis spätestens 9 Uhr mussten wir die Zimmer räumen und um 8.55 wachte David auf (den Koffer hatte er natürlich noch nicht gepackt).
*Ende der Rückblende*
Ich war am Nachmittag wirklich überrascht, denn David sah ziemlich wach aus (ohne Sonnenbrille!). Die Präsentation der Funky Wizards begann ganz normal und wirkte sogar ziemlich professionell. David hatte -wie die anderen aus seiner Gruppe- ein paar Zettel in der Hand und wirkte beinahe fit. Als er aber dann irgendwann anfing zu sprechen... ähm... sagen wir mal es war ziemlich amüsant. Andauernd brachte er alle Anwesenden zum lachen und im Laufe der Zeit merkte er, dass alles, was er sagte, bereits in der Präsentation vorgekommen war. Und dann stellte er fest, dass in der Powerpointpräsentation eigentlich nur noch aus einer weiteren Folie bestand und dass er wirklich gerade nur wiederholte was die anderen bereits gesagt hatten. Also verkündete er nach kurzer Zeit, dass sie eigentlich schon fertig wären.
Hmmm... Was ist mir noch besonders aufgefallen bei den Präsentationen? Die meisten haben es übertrieben und einen Tick zu lange gebraucht... Aber das Glossar war zum Beispiel cool. Das wurde ganz kurz und informativ präsentiert. Michelle und Elina machten etwas über die Fehler in Science Fiction Filmen und das war auch toll. Nunja, ich kann wirklich nicht auf jede einzelne Präsentation eingehen...
Ich und Hannah hatten uns vorher keinerlei Gedanken darüber gemacht, was wir bei unserer Präsentation sagen wollten. Wir hatten beschlossen, dass es ausreichte, sich mit dem Thema auszukennen. Schließlich schlug Hannah 5 Minuten vor der Präsentation vor, dass wir abwechseld über die Folien reden könnten (wie die meisten anderen Gruppen). Als wir vorne standen, stritten wir uns nochmal kurz darüber, wer von uns beiden die Einführung machen sollte. Nach einer kurzen Debatte begann ich einfach laut zu sprechen und machte somit den Anfang. Ursprünglich wollte ich Hannah die Einführung machen lassen, doch dann fiel mir eine Folie ein, die ich unbedingt machen wollte. Vermutlich habe ich Hannah ziemlich verwirrt, da ich von einer Sekunde auf die andere unbegründet meine Meinung geändert habe, aber Menschen aus meinem Umfeld müssen mit so etwas rechnen. Ich bin oft so ^^
Kurz vorm Ende der Präsentation stand ich dann vorm Hertzsprung-Russel-Diagramm und ich wusste beim besten Willen nicht mehr, was wir darüber sagen wollten. Das einzige, das mir einfiel, war, dass wir den Merkspruch für die Reihenfolge der Buchstaben, die die Spektraltypen angeben, NICHT sagen wollten. Vermutlich habt ihr jetzt keine Ahnung wovon ich rede, aber alles, dass ihr momentan dazu wissen müsst ist folgendes:
Offenbar benutzen Astronomen furchtbar gerne komische Merksprüche.
Das einzige, das wir im Vorhinein beschlossen hatten, war, dass wir eben diesen Satz nicht verwenden würden. Es gab ja schließlich genug anderes zum Hertzprung-Russel-Diagramm zu sagen. Gut, dann fiel mir so dieses und jenes ein, aber ich verdrehte die Sachen teilweise und Hannah musste mir ein bisschen helfen. Irgendwie schaffte ich das dann auch noch. Meine Eltern meinten ihnen sei nicht aufgefallen, dass wir unorganisierter gewesen wären als die anderen. Finde ich faszinierend :roll:

Samstag, 31. Oktober 2015

große Missionen

Hey!
In letzter Zeit habe ich absolut keine Lust, Protokolle zu schreiben. Ich muss allerdings einige Protokolle schreiben und das ist ziemlich mühsam. Wenn es nur kurze Protokolle wären, dann hätte ich ja kein Problem damit, aber es ist eher so, dass wir gefühlt im Labor gar nichts machen und dann 10 Seiten lange Protokolle schreiben müssen. Darauf habe ich absolut keine Lust. Ich fände es irgendwie besser, wenn mein Studium mehr so aufgebaut wäre, wie die (Hoch-)Begabtenwoche in Drosendorf. Also wenn ich mich wirklich den ganzen Tag mit Chemie beschäftigen würde, aber dabei eben auch genauer über die Themen recherchieren könnte, die mich stärker interessieren und wenn ich keine Veranstaltungen besuchen müsste, die mir vollkommen unnötig vorkommen. Also ich denke, dass ich mehr lernen könnte, wenn ich nicht immer so auf Prüfungen fixiert wäre und absolut überflüssige Protokolle schreiben müsste. Okay, ich höre schon auf mich zu beschweren, mein Studium ist eh halbwegs sinnvoll aufgebaut. Ich bin nur mit dem Praktikum unzufrieden, das ich derzeit absolviere, weil man wie gesagt kaum praktisch arbeitet und danach teilweise sehr lange Protokolle schreiben muss. Der folgende Post ist jedenfalls meiner bescheidenen Meinung nach ziemlich gut gelungen. Eigentlich finde ich ja die ganze Blogpostreihe gut, die mit meiner Astrophysikwoche zu tun hat, wenn ich ehrlich bin. Wie ihr bemerkt haben dürftet, habe ich überhaupt keine Hemmungen, mich selbst zu loben.

23.2.2012

Zuerst erschien es so, als sollte es heute (Donnerstag) ein recht ereignisloser Tag werden. Doch dann beim Mittagessen geschah es: Wir hatten nichts mehr zu trinken. Unsere Kehlen waren ausgedörrt und der Durst war unerträglich. Doch etwas zu trinken erhält man nur, wenn man aufsteht, rausgeht und den Kellner danach fragt. Ihr seht also, wir hatten ein gravierendes Problem. Im ersten Moment wollte niemand zugeben, dass er noch Durst hatte. So schrecklich konnte der Durst gar nicht sein, dass wir bereit gewesen wären, derartige Risiken und Gefahren auf uns zu nehmen... Oder etwa doch? Die Luft war unheimlich trocken und uns allen wurde gerade bewusst, wie lang es schon her war, dass wir zuletzt etwas getrunken hatten. Schließlich musste sich Hannah eingestehen, dass sie Durst hatte und fragte deshalb vorsichtig: "Hat zufällig jemand Lust, etwas zu trinken hohlen zu gehen?". Natürlich hatte niemand Lust darauf. Deshalb wurde es zu einer Art Mutprobe für Hannah. Elina sagte "Traust du dich etwa nicht zu gehen? Ist doch nichts dabei!", doch in Wahrheit wussten wir alle, dass es sich nicht um eine kleine, alltägliche Tätigkeit handelte. Es war ein äußerst schwieriges Unterfangen. Tapfer stand Hannah also auf und ging hinaus. Bald traf sie auf den Kellner und als sie ihn erblickte gefror ihr das Blut in den Adern. Ihr Herz schlug immer schneller und sie hatte Panik. Sie wollte gerade wieder umkehren, als er einen Schritt näher kam. Sie konnte nicht mehr klar denken. Eigentlich wollte sie weglaufen, aber sie konnte sich nicht mehr bewegen. Brutal riss er ihr den Saftkrug aus der Hand. Perplex starrte sie auf ihre Hand. Kurze Zeit später brachte er ihr den Krug voll wieder zurück. Wie von selbst bewegten sich ihre Beine und sie kam wieder zu uns zurück. Wir waren insgeheim sehr stolz auf sie.
Am Nachmittag gingen wir heute nochmal um das Schloss herum. Das war sehr interessant, denn diesmal war es heller und wir konnten erkennen, in wie viel Schlamm wir das letzte Mal geirrt waren. Wir erkundeten diesmal etwas andere Regionen und schließlich kamen wir zu einer überwucherten Brücke, die vermutlich früher notwendig gewesen war, um den Burggraben zu überbrücken (darin ist natürlich jetzt kein Wasser mehr). Wir waren uns unten nicht sicher, ob man darauf gehen konnte oder ob sie vollkommen zugewuchert war. Also gingen wir näher ran und stellten fest, dass sie zwar zu gut 2/3 von Büschen und Bäumen bedeckt war, aber dass rechts davon ein netter kleiner Trampelpfad war. Ich ging also mal davon aus, dass die Brücke durchaus dazu gedacht war, sie zu überqueren. Im Laufe des Weges wurde sie aber immer verwucherter und weiter zugewachsen. Ich dachte, dass man den Weg vermutlich schon längere Zeit lang nicht mehr benutzt hatte und ging weiter. Hannah folgte mir kommentarlos. Doch schon wenige Meter später hatte ich das Gefühl mich im tropischem Regenwald oderso zu befinden. Es war einfach nur mühsam weiterzugehen und ich fragte mich immer wieder selbst, wie ich den Weg gemeistert hatte. Aber ich ging weiter. Ich hatte einfach keine Lust drauf, wieder zurückzugehen. Ich wollte die ganze Zeit über zumindest noch nachsehen, ob sich nicht doch noch etwas wie ein Weg zwischen dem ganzen Gestrüpp ergeben würde. Es war schrecklich, doch ich war irgendwie süchtig danach, weiterzugehen. Der Boden war vereist, doch das war mir egal. Ich musste oft beinahe kriechen, aber irgendwie kam ich immer weiter. Mittlerweile folgte uns auch Michelle. Ich hatte zwar einen Vorteil durch meine Größe, aber ich war auch diejenige, die voranging und deshalb hatte ich es vermutlich sogar schwerer als die anderen. Ab einem gewissen Zeitpunkt war es mir egal, ob ich die Bäume und Büsche um mich herum beschädigte. Ich bahnte mir irgendwie einen Weg durch die Wildnis. Schließlich konnte ich am Ende des Weges ein paar Stufen aus Holz sehen und eine verschlossene Tür. Das motivierte mich ungemein. Endlich erreichte ich die Tür und... sie ging nicht auf. Wirklich nicht. Hannah und Michelle probierten es auch. Sie ging einfach nicht auf. Michelle war so frustiert dass sie von der Brücke sprang. Ich und Hannah gingen einfach wieder zurück.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

der Todesstern

Hey!
Zu diesem Blogpost habe ich eigentlich nichts zu sagen. Ich habe gerade nur überhaupt keine Lust, ein Protokoll zu schreiben. Gerade sollte ich nämlich eigentlich ein Protokoll schreiben. Also ich habe schon seit einer Weile vor, es eigentlich erst am Montag zu schreiben, aber es wäre schon gut, das möglichst früh zu erledigen. Außerdem geht es leider sogar um 2 Protokolle. Ich habe wirklich keine Lust darauf, aber eigentlich würde es eh realtiv schnell gehen. Vielleicht bin ich einfache eine schlechte Wissenschaftlerin. Es wäre zumindest besser, wenn ich immer den Drang dazu hätte, die Erkenntnisse des Tages gleich niederzuschreiben. Naja, solange ich alles rechtzeitig abgebe ist es ja okay.

22.2.2012

Gut, wir sind also zeitlich gerade ungefähr beim Abendessen am Dienstag. Es hat lange gedauert, bis wir den Nachtisch eindeutig identifizieren konnten. Es kam schon der Verdacht auf, es würde sich um zerriebene Leichen handeln, aber schließlich einigten wir uns darauf, dass es sich um eine Art Griesbrei handelte. Den meisten hat es gut geschmeckt. Oh, apropos gut geschmeckt... die Krapfen nach dem Mittagessen waren gut. Wirklich gut. Aber auch sehr fettig. Der Kellner hat uns erklärt, das wären die besten Krapfen im Waldviertel. Jetzt könnte ich darüber philosophieren ob und wo ich schon im Waldviertel bessere Krapfen gegessen habe oder ob die Krapfen in anderen Regionen sowieso besser sind, aber ich möchte nicht zu sehr vom Thema abschweifen. Es ist also Dienstag Abend und unser Abendprogramm beginnt. Zur Feier des Tages (weil Faschingdienstag ist) gab es eher lockeres Programm.
Der Kursleiter schlug uns vor, ein paar DVDs anzuschauen oder Origamisterne zu basteln. Niemand hatte Lust darauf, sich Filme anzuschauen also fingen wir an, die Sterne zu falten. Dazu muss man zuerst 30 kleine Dingsbumse falten und diese dann zusammensetzen.
Im ersten Moment dachte ich, dass mir schon die einzelnen kleinen Dingsbumse zu kompliziert wären, aber die waren im Endeffekt ziemlich leicht. Dadurch, dass man so viele falten muss, kann man die Dingsbumse am Ende schon ziemlich schnell herstellen, aber ich hatte zwischendurch immer wieder keine Lust mehr darauf zu falten und deshalb habe ich etwas länger gebraucht. Im Hintergrund lief nun doch ein englischer Film, doch den hat sah sich niemand an. Es war eher eine Art Hintergrundgeräusch. Nach einer Weile begannen die männlichen Kursteilnehmer wieder damit, schlechte Witze zu erzählen. Sehr schlechte Witze. Das war ziemlich amüsant, weil sie immer wieder sagten: "Jetzt kommt ein richtig guter" oder "Aber meinen Lieblingswitz müsst ihr euch noch anhören" und trotzdem wurde kein einziger guter Witz erzählt. Ich konnte keinen Unterschied zwischen den Witzen, die sie selbst als schlechte Witze bezeichneten und den Witzen, die sie gut fanden, feststellen. Es lachte auch niemand über irgendwelche Witze (vielleicht gab es zwischendurch Ausnahmen). Anfangs fand ich es ziemlich beruhigend, den Origamistern zu falten und einige andere betonten auch, dass diese Tätigkeit entspannend sei. Nach und nach wurden aber alle mit den kleinen Dingsbumsen fertig und mussten anfangen, sie zusammenzusetzen. Von da an gab es keine Entspannung mehr. Manche entwickelten regelrechte Aggressionen und viele dachten darüber nach, aufzugeben. Doch aus irgendwelchen Gründen gab niemand auf. Tapfer steckten alle die Dingsbumse zusammen und gaben ihr Bestes. Zwischendurch kam immer wieder Verzweiflung auf, aber irgendwie machten alle immer weiter. Manche waren schon fertig, als andere erst alle Dingsbumse fertig gefalten hatten und somit konnten wir uns gegenseitig helfen. Es war ein schwieriges Unterfangen.
Irgendwo in der letzten Reihe machte ich bei meinem Stern einen gravierenden Fehler, aber da alle Teile verbaut waren beschloss ich, ihn so zu lassen. Wir nennen ihn jetzt liebevoll "Todesstern", da er ziemlich verkrüppelt aussieht. Ich meine damit nciht, dass er ein bisschen anders aussieht als die anderen Sterne oder dass er ein paar geringfügige Unterschiede hat. Nein, die anderen Sterne sind gerade, regelmäßig und vollkommen und meiner sieht so aus als wäre er ein mutiertes Ungetüm aus der Kanalisation. Nunja mir gefällt er :roll:
Sonst habe ich nicht mehr viel zu Dienstagabend zu sagen, aber ich möchte noch jemanden zitieren bevor ich zum nächsten Tag komme: "Nein! Hör auf! Wenn du den Stern aus dem Fenster wirfst springe ich hinterher!!!!!"

Dienstag, 27. Oktober 2015

So dieses und jenes das gerade vorgeht

Hey!
In diesem Post beginnt die Blogpostreihe, in der es um meine Zeit in Drosendorf geht. Dabei handelt es sich um die Blütezeit meines Blogs. Danach habe ich zwar immer wieder mal so viele Aufrufe wie damals bekommen, aber ich habe eben weniger Feedback erhalten und außerdem war ich vermutlich deutlich unproduktiver. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, die Einträge nochmals zu lesen und ich denke, dass sie alle relativ gut geglückt sind. Könnte allerdings auch sein, dass ich sie besser im Gedächtnis habe, als sie eigentlich sind.

22.2.2012

Ich residiere derzeit in einem Schloss und den ganzen Tag über wird für die Förderung meiner Intelligenz gesorgt. Das klingt vielleicht etwas unrealistisch, aber mein Bericht entspricht der Wahrheit. Ihr fragt euch jetzt vielleicht was los ist und was ich mache... Tja, das frage ich mich auch. Ich bin auf einer Astrophysikwoche für (hoch)begabte Schüler, aber wie ich hier gelandet bin ist eine gute Frage...
Der Hauptgrund, warum ich hier bin, ist, dass ich in Physik neben Hannah sitze. Sie hat heuer schon an 3 Begabtenförderungswochen teilgenommen und bekommt ununterbrochen Angebote von verschiedenen Lehrern, in deren Fach auch eine Woche für (Hoch)begabte zu machen. Man könnte also sagen, dass Hannah ziemlich begabt ist und man könnte auch sagen, dass wir uns sehr gut verstehen. Auf jeden Fall kam unser Physik Lehrer eines Tages in die Klasse und fragte, ob jemand Interesse an eine Astrophysik-Woche hätte. Und da ich neben Hannah sitze und angeblich so ausgeschaut habe, als würde ich auch darüber nachdenken, mitzumachen, war es irgendwie logisch, dass ich und Hannah da hin müssen. Als ich meinen Eltern davon erzählt habe, waren sie sofort begeistert. Man kann sich den Dialog ungefähr so vorstellen: „Was? Du wurdest für eine Begabtenwoche vorgeschlagen? Unsere Tochter ist hochbegabt!“ -„Nein, ich wurde nicht vorgeschlagen... Ich darf nur über das Angebot nachdenken und ich hab den Info-zettel mit nach Hause bekommen... Ich weiß ja noch garnicht ob ich da hin will...“ -„Natürlich willst du da hin! Du hast dich doch schon immer dafür interessiert... Da musst du auf jeden Fall hin! Wie viel kostet das? Das zahlen wir dir, da musst du hin!“
Und da ich mich wirklich für Astrophysik interessiere und weil sogar Hannah dabei ist und ich somit nicht alleine mit ein paar gruseligen Strebern bin, bin ich hier.
Ich weiß nicht wieso, aber es ist immer ruhig hier. Auch wenn alle herumalbern, Spaß haben und Schwachsinn machen ist es ruhig. Es ist einfach immer ruhig. Natürlich ist es nicht immer ganz still, aber es wird nie laut. Meistens sitzen alle konzentriert vor Laptops und Büchern und arbeiten. Einfach so. Stunden lang. Und dabei ist es ruhig. Einfach nur ruhig. Ist das typisch für Astrophysiker? Sind die alle ruhig? Oder ist das typisch für (Hoch)begabte? Ich weiß es nicht. Es ist nicht so, dass wir nicht mit einander reden würden. Wir verstehen uns alle sehr gut und haben schnell Kontakte geknüpft. Aber wenn gerade Arbeitszeit ist, dann wird gearbeitet. Alle arbeiten und alle sind ruhig. Wirklich ruhig. Die Leute machen einfach keinen Lärm. Niemand wirft mit Flaschen, CDs, Lebensmitteln oder Schreibutensilien. Es sind wirklich immer alle brav und ruhig. Das ist irgendwie ungewohnt, aber auch sehr angenehm.
Irgendwie ist es cool, hier zu sein. Es kann schließlich nicht jeder von sich sagen, dass er sich eine Woche lang wissenschaftlich mit Astrophysik beschäftigt hat. Dadurch, dass so intelligente Leute hier sind, fühle ich mich automatisch auch selbst intelligenter. Ich muss allerdings anmerken, dass die meisten anderen Kursteilnehmer nicht unbedingt aussehen wie Astrophysiker. Eigentlich sehen sie aus wie ganz normale Leute. So wie ich eben. Ich kann nichts machen ohne beobachtet zu werden. Der Kursleiter kennt uns alle schon ziemlich gut und redet mit uns über alles Mögliche. Seit ich begonnen habe, diesen Post zu schreiben, wurde ich schon von vielen Leuten gefragt, was ich da tue und ein paar Leute haben jetzt schon versucht, meinen Blog zu lesen und nach 5 min wieder aufgehört. Irgendwie faszinierend....
Damit ihr auch etwas von der Woche habt, würde ich gerne die wichtigsten Dinge für euch zusammenfassen, die ich bis jetzt gelernt habe (ich weiß, da fehlt noch so einiges, aber wenn ich alles aufschreiben würde, wäre der Post über den ersten Tag erst am Freitag fertig):
-) Feuerholz ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung zur Beobachtung von Sternen (wir hatten kein Feuerholz und uns war kalt)
-) Der Vorschlag, einfach das Teleskop anzuzünden wird erfahrungsgemäß leider nicht ernst genommen
-) Astrophysiker können unheimlich viele schlechte Witze erzählen, wenn ihnen langweilig ist
-) Elektronische Teleskope, die die Sterne von selbst suchen, machen merkwürdige Geräusche
-) Gänseblümchen heißen auf englisch daisy
-) Nicht alles, das aussieht wie ein Kasten, ist auch ein Kasten (es könnte sich auch um das Badezimmer oder um das WC handeln)
-) Astronauten versuchen, Wasser zu 100% wieder zu verwerten (also sie trinken unter anderem aufbereiteten Urin)
-) Im Kino gibt es gutes Essen
-) Machos sind massenreiche, dunkle Halo-Objekte, die als dunkle Materie dienen könnten
-) Astrophysiker freuen sich darüber, wenn man Gedichte über Werwölfe auswendig kann
-) Es gibt Leute, die tatsächlich gerne Red Bull trinken (die machen das vollkommen freiwillig!)
-) Es ist möglich, an einem Intensivkurs für Astrophysik teilzunehmen, obwohl man im Laufe der Woche Geburtstag hat (das haben sogar 2 Leute gemacht)
-) In Aufenthaltsräumen muss sich nicht zwangsläufig jemand aufhalten. Es halten sich sogar sehr sehr selten Leute dort auf.
-) Obwohl wir alle einen PC mit Internet vor uns stehen haben, passen alle auf, wenn etwas erklärt wird und keiner surft nebenbei auf unseriösen Seiten herum.
-) Zwischen Mädchen und Jungs scheint es eine unsichtbare Trennlinie zu geben. Man munkelt, dass es ein paar Mädchen gibt, die schon mit männlichen Kursteilnehmern geredet haben, aber ich konnte dies noch nicht beobachten. Es gibt keinen speziellen Grund dafür, aber wir reden einfach nicht sonderlich oft mit ihnen. (ich glaube das wird sich im Laufe der Woche noch ändern)
-) Außenstehende meinen, dass ich viel zu lange Posts für meinen Blog verfasse. Ich glaube die verstehen da etwas nicht... Mir ist es nicht wichtig, wie leserfreundlich mein Blog ist. Es zählt eher, dass ich Spaß am schreiben habe und den habe ich insbesondere, wenn mir klar ist, dass meine Leser den Post zu lang oder zu umständlich formuliert finden werden.
-) Es ist äußerst wichtig Rettungsgassen zu bilden
-) Man sollte sich regelmäßig die Zähne pushen (jemand hat sich versprochen)
-) Es gibt sehr viele schlechte Witze
-) ich muss einen eigenen Post über Origami-Sterne schreiben
-) Andere Galaxien sind messy
-) Ich habe angeblich einen der besten Krapfen im Waldviertel gegessen
-) Auf das Angebot, den Turnsaal benutzen zu dürfen, reagiert kein einziger Kursteilnehmer positiv.
Ich bin noch zu viel mehr derartigen Erkenntnissen gelangt, aber von davon werde ich später berichten. Schließlich bin ich mit dem Schreiben gerade höchstens bei Dienstag (die Abendgestaltung von Dienstag fehlt mir auf jeden Fall noch und der Rest war nicht so wichtig) und jetzt ist es Mittwoch... Seht das hier als kleinen Bericht zwischendurch.