Posts mit dem Label Origami werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Origami werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 29. Oktober 2015

der Todesstern

Hey!
Zu diesem Blogpost habe ich eigentlich nichts zu sagen. Ich habe gerade nur überhaupt keine Lust, ein Protokoll zu schreiben. Gerade sollte ich nämlich eigentlich ein Protokoll schreiben. Also ich habe schon seit einer Weile vor, es eigentlich erst am Montag zu schreiben, aber es wäre schon gut, das möglichst früh zu erledigen. Außerdem geht es leider sogar um 2 Protokolle. Ich habe wirklich keine Lust darauf, aber eigentlich würde es eh realtiv schnell gehen. Vielleicht bin ich einfache eine schlechte Wissenschaftlerin. Es wäre zumindest besser, wenn ich immer den Drang dazu hätte, die Erkenntnisse des Tages gleich niederzuschreiben. Naja, solange ich alles rechtzeitig abgebe ist es ja okay.

22.2.2012

Gut, wir sind also zeitlich gerade ungefähr beim Abendessen am Dienstag. Es hat lange gedauert, bis wir den Nachtisch eindeutig identifizieren konnten. Es kam schon der Verdacht auf, es würde sich um zerriebene Leichen handeln, aber schließlich einigten wir uns darauf, dass es sich um eine Art Griesbrei handelte. Den meisten hat es gut geschmeckt. Oh, apropos gut geschmeckt... die Krapfen nach dem Mittagessen waren gut. Wirklich gut. Aber auch sehr fettig. Der Kellner hat uns erklärt, das wären die besten Krapfen im Waldviertel. Jetzt könnte ich darüber philosophieren ob und wo ich schon im Waldviertel bessere Krapfen gegessen habe oder ob die Krapfen in anderen Regionen sowieso besser sind, aber ich möchte nicht zu sehr vom Thema abschweifen. Es ist also Dienstag Abend und unser Abendprogramm beginnt. Zur Feier des Tages (weil Faschingdienstag ist) gab es eher lockeres Programm.
Der Kursleiter schlug uns vor, ein paar DVDs anzuschauen oder Origamisterne zu basteln. Niemand hatte Lust darauf, sich Filme anzuschauen also fingen wir an, die Sterne zu falten. Dazu muss man zuerst 30 kleine Dingsbumse falten und diese dann zusammensetzen.
Im ersten Moment dachte ich, dass mir schon die einzelnen kleinen Dingsbumse zu kompliziert wären, aber die waren im Endeffekt ziemlich leicht. Dadurch, dass man so viele falten muss, kann man die Dingsbumse am Ende schon ziemlich schnell herstellen, aber ich hatte zwischendurch immer wieder keine Lust mehr darauf zu falten und deshalb habe ich etwas länger gebraucht. Im Hintergrund lief nun doch ein englischer Film, doch den hat sah sich niemand an. Es war eher eine Art Hintergrundgeräusch. Nach einer Weile begannen die männlichen Kursteilnehmer wieder damit, schlechte Witze zu erzählen. Sehr schlechte Witze. Das war ziemlich amüsant, weil sie immer wieder sagten: "Jetzt kommt ein richtig guter" oder "Aber meinen Lieblingswitz müsst ihr euch noch anhören" und trotzdem wurde kein einziger guter Witz erzählt. Ich konnte keinen Unterschied zwischen den Witzen, die sie selbst als schlechte Witze bezeichneten und den Witzen, die sie gut fanden, feststellen. Es lachte auch niemand über irgendwelche Witze (vielleicht gab es zwischendurch Ausnahmen). Anfangs fand ich es ziemlich beruhigend, den Origamistern zu falten und einige andere betonten auch, dass diese Tätigkeit entspannend sei. Nach und nach wurden aber alle mit den kleinen Dingsbumsen fertig und mussten anfangen, sie zusammenzusetzen. Von da an gab es keine Entspannung mehr. Manche entwickelten regelrechte Aggressionen und viele dachten darüber nach, aufzugeben. Doch aus irgendwelchen Gründen gab niemand auf. Tapfer steckten alle die Dingsbumse zusammen und gaben ihr Bestes. Zwischendurch kam immer wieder Verzweiflung auf, aber irgendwie machten alle immer weiter. Manche waren schon fertig, als andere erst alle Dingsbumse fertig gefalten hatten und somit konnten wir uns gegenseitig helfen. Es war ein schwieriges Unterfangen.
Irgendwo in der letzten Reihe machte ich bei meinem Stern einen gravierenden Fehler, aber da alle Teile verbaut waren beschloss ich, ihn so zu lassen. Wir nennen ihn jetzt liebevoll "Todesstern", da er ziemlich verkrüppelt aussieht. Ich meine damit nciht, dass er ein bisschen anders aussieht als die anderen Sterne oder dass er ein paar geringfügige Unterschiede hat. Nein, die anderen Sterne sind gerade, regelmäßig und vollkommen und meiner sieht so aus als wäre er ein mutiertes Ungetüm aus der Kanalisation. Nunja mir gefällt er :roll:
Sonst habe ich nicht mehr viel zu Dienstagabend zu sagen, aber ich möchte noch jemanden zitieren bevor ich zum nächsten Tag komme: "Nein! Hör auf! Wenn du den Stern aus dem Fenster wirfst springe ich hinterher!!!!!"

Dienstag, 27. Oktober 2015

So dieses und jenes das gerade vorgeht

Hey!
In diesem Post beginnt die Blogpostreihe, in der es um meine Zeit in Drosendorf geht. Dabei handelt es sich um die Blütezeit meines Blogs. Danach habe ich zwar immer wieder mal so viele Aufrufe wie damals bekommen, aber ich habe eben weniger Feedback erhalten und außerdem war ich vermutlich deutlich unproduktiver. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, die Einträge nochmals zu lesen und ich denke, dass sie alle relativ gut geglückt sind. Könnte allerdings auch sein, dass ich sie besser im Gedächtnis habe, als sie eigentlich sind.

22.2.2012

Ich residiere derzeit in einem Schloss und den ganzen Tag über wird für die Förderung meiner Intelligenz gesorgt. Das klingt vielleicht etwas unrealistisch, aber mein Bericht entspricht der Wahrheit. Ihr fragt euch jetzt vielleicht was los ist und was ich mache... Tja, das frage ich mich auch. Ich bin auf einer Astrophysikwoche für (hoch)begabte Schüler, aber wie ich hier gelandet bin ist eine gute Frage...
Der Hauptgrund, warum ich hier bin, ist, dass ich in Physik neben Hannah sitze. Sie hat heuer schon an 3 Begabtenförderungswochen teilgenommen und bekommt ununterbrochen Angebote von verschiedenen Lehrern, in deren Fach auch eine Woche für (Hoch)begabte zu machen. Man könnte also sagen, dass Hannah ziemlich begabt ist und man könnte auch sagen, dass wir uns sehr gut verstehen. Auf jeden Fall kam unser Physik Lehrer eines Tages in die Klasse und fragte, ob jemand Interesse an eine Astrophysik-Woche hätte. Und da ich neben Hannah sitze und angeblich so ausgeschaut habe, als würde ich auch darüber nachdenken, mitzumachen, war es irgendwie logisch, dass ich und Hannah da hin müssen. Als ich meinen Eltern davon erzählt habe, waren sie sofort begeistert. Man kann sich den Dialog ungefähr so vorstellen: „Was? Du wurdest für eine Begabtenwoche vorgeschlagen? Unsere Tochter ist hochbegabt!“ -„Nein, ich wurde nicht vorgeschlagen... Ich darf nur über das Angebot nachdenken und ich hab den Info-zettel mit nach Hause bekommen... Ich weiß ja noch garnicht ob ich da hin will...“ -„Natürlich willst du da hin! Du hast dich doch schon immer dafür interessiert... Da musst du auf jeden Fall hin! Wie viel kostet das? Das zahlen wir dir, da musst du hin!“
Und da ich mich wirklich für Astrophysik interessiere und weil sogar Hannah dabei ist und ich somit nicht alleine mit ein paar gruseligen Strebern bin, bin ich hier.
Ich weiß nicht wieso, aber es ist immer ruhig hier. Auch wenn alle herumalbern, Spaß haben und Schwachsinn machen ist es ruhig. Es ist einfach immer ruhig. Natürlich ist es nicht immer ganz still, aber es wird nie laut. Meistens sitzen alle konzentriert vor Laptops und Büchern und arbeiten. Einfach so. Stunden lang. Und dabei ist es ruhig. Einfach nur ruhig. Ist das typisch für Astrophysiker? Sind die alle ruhig? Oder ist das typisch für (Hoch)begabte? Ich weiß es nicht. Es ist nicht so, dass wir nicht mit einander reden würden. Wir verstehen uns alle sehr gut und haben schnell Kontakte geknüpft. Aber wenn gerade Arbeitszeit ist, dann wird gearbeitet. Alle arbeiten und alle sind ruhig. Wirklich ruhig. Die Leute machen einfach keinen Lärm. Niemand wirft mit Flaschen, CDs, Lebensmitteln oder Schreibutensilien. Es sind wirklich immer alle brav und ruhig. Das ist irgendwie ungewohnt, aber auch sehr angenehm.
Irgendwie ist es cool, hier zu sein. Es kann schließlich nicht jeder von sich sagen, dass er sich eine Woche lang wissenschaftlich mit Astrophysik beschäftigt hat. Dadurch, dass so intelligente Leute hier sind, fühle ich mich automatisch auch selbst intelligenter. Ich muss allerdings anmerken, dass die meisten anderen Kursteilnehmer nicht unbedingt aussehen wie Astrophysiker. Eigentlich sehen sie aus wie ganz normale Leute. So wie ich eben. Ich kann nichts machen ohne beobachtet zu werden. Der Kursleiter kennt uns alle schon ziemlich gut und redet mit uns über alles Mögliche. Seit ich begonnen habe, diesen Post zu schreiben, wurde ich schon von vielen Leuten gefragt, was ich da tue und ein paar Leute haben jetzt schon versucht, meinen Blog zu lesen und nach 5 min wieder aufgehört. Irgendwie faszinierend....
Damit ihr auch etwas von der Woche habt, würde ich gerne die wichtigsten Dinge für euch zusammenfassen, die ich bis jetzt gelernt habe (ich weiß, da fehlt noch so einiges, aber wenn ich alles aufschreiben würde, wäre der Post über den ersten Tag erst am Freitag fertig):
-) Feuerholz ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung zur Beobachtung von Sternen (wir hatten kein Feuerholz und uns war kalt)
-) Der Vorschlag, einfach das Teleskop anzuzünden wird erfahrungsgemäß leider nicht ernst genommen
-) Astrophysiker können unheimlich viele schlechte Witze erzählen, wenn ihnen langweilig ist
-) Elektronische Teleskope, die die Sterne von selbst suchen, machen merkwürdige Geräusche
-) Gänseblümchen heißen auf englisch daisy
-) Nicht alles, das aussieht wie ein Kasten, ist auch ein Kasten (es könnte sich auch um das Badezimmer oder um das WC handeln)
-) Astronauten versuchen, Wasser zu 100% wieder zu verwerten (also sie trinken unter anderem aufbereiteten Urin)
-) Im Kino gibt es gutes Essen
-) Machos sind massenreiche, dunkle Halo-Objekte, die als dunkle Materie dienen könnten
-) Astrophysiker freuen sich darüber, wenn man Gedichte über Werwölfe auswendig kann
-) Es gibt Leute, die tatsächlich gerne Red Bull trinken (die machen das vollkommen freiwillig!)
-) Es ist möglich, an einem Intensivkurs für Astrophysik teilzunehmen, obwohl man im Laufe der Woche Geburtstag hat (das haben sogar 2 Leute gemacht)
-) In Aufenthaltsräumen muss sich nicht zwangsläufig jemand aufhalten. Es halten sich sogar sehr sehr selten Leute dort auf.
-) Obwohl wir alle einen PC mit Internet vor uns stehen haben, passen alle auf, wenn etwas erklärt wird und keiner surft nebenbei auf unseriösen Seiten herum.
-) Zwischen Mädchen und Jungs scheint es eine unsichtbare Trennlinie zu geben. Man munkelt, dass es ein paar Mädchen gibt, die schon mit männlichen Kursteilnehmern geredet haben, aber ich konnte dies noch nicht beobachten. Es gibt keinen speziellen Grund dafür, aber wir reden einfach nicht sonderlich oft mit ihnen. (ich glaube das wird sich im Laufe der Woche noch ändern)
-) Außenstehende meinen, dass ich viel zu lange Posts für meinen Blog verfasse. Ich glaube die verstehen da etwas nicht... Mir ist es nicht wichtig, wie leserfreundlich mein Blog ist. Es zählt eher, dass ich Spaß am schreiben habe und den habe ich insbesondere, wenn mir klar ist, dass meine Leser den Post zu lang oder zu umständlich formuliert finden werden.
-) Es ist äußerst wichtig Rettungsgassen zu bilden
-) Man sollte sich regelmäßig die Zähne pushen (jemand hat sich versprochen)
-) Es gibt sehr viele schlechte Witze
-) ich muss einen eigenen Post über Origami-Sterne schreiben
-) Andere Galaxien sind messy
-) Ich habe angeblich einen der besten Krapfen im Waldviertel gegessen
-) Auf das Angebot, den Turnsaal benutzen zu dürfen, reagiert kein einziger Kursteilnehmer positiv.
Ich bin noch zu viel mehr derartigen Erkenntnissen gelangt, aber von davon werde ich später berichten. Schließlich bin ich mit dem Schreiben gerade höchstens bei Dienstag (die Abendgestaltung von Dienstag fehlt mir auf jeden Fall noch und der Rest war nicht so wichtig) und jetzt ist es Mittwoch... Seht das hier als kleinen Bericht zwischendurch.